Radiosendung am 19. Januar 2019: “Bangladesch ‒ Ein Leben in Angst”

© Amnesty International

In unserer ersten Radiosendung 2019 werden wir mit Kerstin Halm, Expertin von Amnesty International zum Thema Meinungsfreiheit über die Lage in Bangladesch sprechen. Dort werden nach wie vor bedeutende Grundsätze der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sträflich vernachlässigt. Sowohl bewaffnete Gruppen als auch die Regierung bedrohen unter anderem die Meinungsfreiheit.

Blogger, Buchautoren und Verleger, die in Bangladesch in Fragen der Religion oder Politik öffentlich ihre Meinung vertreten, werden seit 2013 vermehrt von bewaffneten Gruppen bedroht und verfolgt. Mehrere von ihnen wurden bereits getötet.

Die dortigen Behörden verweigern ihnen den notwendigen Schutz vor Angriffen und tragen durch Diffamierungen zusätzlich zur Gewalt bei. Die Regierung selbst unterdrückt mit repressiven Gesetzen die Meinungs- und Pressefreiheit.

Die Sendung läuft am Samstag 19. Januar 2019  um 17 Uhr bei Radio Rheinwelle, zu empfangen auf UKW 92,5 Mhz. Über Kabel in Wiesbaden auf 99,85 Mhz, in Mainz 102,7 Mhz oder auch als Livestream unter www.radio-rheinwelle.de.

“Du sollst nicht töten!” Lesung im Staatstheater am 18. Januar 2019

Foto: Amnesty International Wiesbaden

Gemeinsam mit der “Initiative gegen die Todesstrafe” und dem Staatstheater Wiesbaden laden wir ein zur Lesung

Leben im Todestrakt. Erfahrungsberichte, Gedichte, Essays von Insassen der Todeszellen in den USA.

„Wir haben auch gute Tage. An manchen Tagen fühle ich mich, als ob mein Geist sich durch Treibsand schleppt. Manchmal regnet die Traurigkeit herab wie ein Monsun“, schreibt Paul Brown, Insasse des Todestraktes im Central Prison von Raleigh (North Carolina, USA) in einem Gedicht.

So wie Paul Brown schreiben auch andere zum Tode verurteilte Menschen im Gefängnis ihre Gedanken, Wünsche und Sehnsüchte auf. Es sind Innenansichten von Menschen und Orten, über die zwar viel gesprochen wird, aber doch wenig bekannt ist. Die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. hat diese Erfahrungsberichte gesammelt und in einem Buch veröffentlicht.

Vom Leben im Todestrakt zeugen Briefe, Gedichte und Kurzgeschichten der rund 40 Gefangenen, die über die konkreten Haftbedingungen in amerikanischen Gefängnissen berichten. Dabei ist nicht nur die Vielfalt der äußeren Form der Beiträge bemerkenswert, sondern auch die inhaltliche Bandbreite, die von Depression und Verzweiflung auf der einen bis zu Versöhnung und tiefem inneren Frieden auf der anderen Seite reicht.

Schauspieler des Staatstheaters lesen Beiträge der Gefangenen sowie Texte von Dumas, Dostojewski und Kafka.

Freitag 18. Januar 2019 um 20 Uhr im Studio
Eintritt frei
Hessisches Staatstheater Wiesbaden
Christian-Zais-Straße 3
65189 Wiesbaden

Filmabend: “Syria’s Disappeared ‒ The Case against Assad” am 18. Januar 2019

© Afshar Films

Wir zeigen in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater die britische Dokumentation:

Syria’s Disappeared  The Case against Assad

Die Fotografien, die der Nürnberger Menschenrechtspreisträger von 2017 mit dem Decknamen Caesar aus Syrien schmuggelte, sind schockierend. Sie zeigen Tausende Opfer des Terrorregimes, die Caesar als forensischer Militärfotograf im Auftrag der Regierung akribisch dokumentiert hatte.

Die britische Dokumentarfilmerin Sara Afshar akzeptierte nicht, dass die Fotos der ausgemergelten, geschundenen und zerschlissenen Körper so wenig wahrgenommen wurden. Zusammen mit Überlebenden der Foltergefängnisse, mit Hinterbliebenen der Opfer, mit Anwälten und Ermittlern von Menschenrechtsorganisationen trägt sie in ihrem Film “Syria’s Disappeared – The Case against Assad” erschütternde Beweismittel zusammen. In nur fünfzig Minuten verwebt sie eine große Anzahl an Zeugenaussagen, Dokumenten und Fotos zu einem wuchtigen Argument gegen die Tatenlosigkeit.

Regie: Sara Afshar, 50 min., GB, 2017

Unzählige Gefangene sitzen weiter in syrischen Gefängnissen, werden gefoltert und sterben.

Im Anschluss an den Film laden wir herzlich ein zu einem Filmgespräch mit Diskussion ein. Dazu wird Sarah Schießl-Weidenweber, Expertin von Amnesty International Deutschland zum Thema Folter, anwesend sein.

Freitag, 18. Januar 2019 um 20.15 Uhr
Eintritt: 7 €/6 €
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

 

Filmabende: Aggregat am 13. und 14. Dezember

Aggregat Filmbild © Kundschafter Filmproduktion

In Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater zeigen wir am 13. und 14. Dezember den Dokumentarfilm

AGGREGAT

Der Film zeigt Fragmente aus einem Land im Umbruch: Abgeordnete der SPD üben in einer internen Veranstaltung den Umgang mit rechtspopulistischen Thesen. In einem Info-Zelt des Deutschen Bundestags wird Politik nachgespielt. Journalisten der Bild-Zeitung und der taz diskutieren in Redaktionskonferenzen über Themen des Tages. TV-Redakteure produzieren einen Fernsehbeitrag über die identitäre Bewegung. Eine Menschenmenge ruft: Volksverräter. Lügenpresse.

Maria Wilke beleuchtet in ihrem neuesten Dokumentarfilm das gegenwärtige politische Klima Deutschlands, mit besonderem Bezug auf die gesellschaftspolitischen Entwicklungen der 2010er Jahre und der Frage nach dem Umgang mit Rechtspopulismus. Ohne Kommentar beobachtet der Film den politischen und journalistischen Alltag hinter den Kulissen in Deutschland. 

„Marie Wilkes Film AGGREGAT nimmt ein politisch zerfasertes, medial gespaltenes Land knochenhart in den Fokus: Wo leben wir hier eigentlich und wie geht es der lange wiedervereinigten Deutschland AG?“ (Kino-Zeit)

Regie: Marie Wilke, DE 2018, 92 min, DCP, DF, FSK: beantragt

Donnerstag, 13.12.18 um 17.30 Uhr
Freitag, 14.12.18 um 20.15 Uhr
Eintritt: 7 € / 6 €
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden