Filmabende: “Drei Gesichter” am 31. Januar und am 1., 2. und 3. Februar 2019

© Jafar Panahi Film Production

In Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater zeigen wir am 31. Januar, am 1., 2. und am 3. Februar den Film

DREI GESICHTER

Die bekannte iranische Schauspielerin Behnaz Jafari erhält eine Videobotschaft eines weiblichen Fans. Gemeinsam mit ihrem Freund, dem Regisseur Jafar Panahi, macht sie sich auf die Suche nach dem Mädchen. Die Reise in den Norden des Landes bringt überraschende Begegnungen: Dorfbewohner, die einspurige Bergstraßen mit cleveren Hupecodes passierbar machen; alte Frauen, die in ausgehobenen Gräbern Probe liegen, und potente Zuchtbullen, die den Weg versperren.

Im Bergdorf des Mädchens angekommen, versuchen die beiden das Geheimnis um das Video endlich zu lösen. Mit Humor und Herzlichkeit gelingt dem iranischen Regisseur ein hoffnungsvolles Plädoyer für Freiheit und Menschlichkeit, das aktueller und globaler nicht sein könnte. Ein intelligentes Kinovergnügen, das in Cannes 2018 die Palme für das Beste Drehbuch gewann.

„Ein weiterer clever-charmant verpackter Gesellschafts-(Meta-)Kommentar von Jafar Panahi.“ (filmstarts.de)

„Jafar Panahi hat Arbeitsverbot. Er darf keine Filme mehr machen. Mit bescheidenen Mitteln holt er trotzdem das allerbeste aus seinen verbliebenen Möglichkeiten.“ (Kino-Zeit)

„Mit großer Leichtigkeit und Humor.“ (Zeit Online) „Verblüffend einfallsreich und humorvoll.“ (Der Tagesspiegel)

Regie: Jafar Panahi, IR 2018, 100 min, DCP, DF oder OmU, FSK: ab 12, mit Behnaz Jafari, Jafar Panahi, Marziyeh Rezaei 

Donnerstag 31.1.2019 um 18 Uhr (OmU)
Freitag 1.2.2019 um 20.15 Uhr (OmU)
Samstag 2.2.2019 um 18 Uhr (DF)
Sonntag 3.2.2019 um 20.15 Uhr (DF)
Eintritt: 7 €/6 €
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

 

Radiosendung am 19. Januar 2019: “Bangladesch ‒ Ein Leben in Angst”

© Amnesty International

In unserer ersten Radiosendung 2019 werden wir mit Kerstin Halm, Expertin von Amnesty International zum Thema Meinungsfreiheit über die Lage in Bangladesch sprechen. Dort werden nach wie vor bedeutende Grundsätze der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sträflich vernachlässigt. Sowohl bewaffnete Gruppen als auch die Regierung bedrohen unter anderem die Meinungsfreiheit.

Blogger, Buchautoren und Verleger, die in Bangladesch in Fragen der Religion oder Politik öffentlich ihre Meinung vertreten, werden seit 2013 vermehrt von bewaffneten Gruppen bedroht und verfolgt. Mehrere von ihnen wurden bereits getötet.

Die dortigen Behörden verweigern ihnen den notwendigen Schutz vor Angriffen und tragen durch Diffamierungen zusätzlich zur Gewalt bei. Die Regierung selbst unterdrückt mit repressiven Gesetzen die Meinungs- und Pressefreiheit.

Die Sendung läuft am Samstag 19. Januar 2019  um 17 Uhr bei Radio Rheinwelle, zu empfangen auf UKW 92,5 Mhz. Über Kabel in Wiesbaden auf 99,85 Mhz, in Mainz 102,7 Mhz oder auch als Livestream unter www.radio-rheinwelle.de.

“Du sollst nicht töten!” Lesung im Staatstheater am 18. Januar 2019

Foto: Amnesty International Wiesbaden

Gemeinsam mit der “Initiative gegen die Todesstrafe” und dem Staatstheater Wiesbaden laden wir ein zur Lesung

Leben im Todestrakt. Erfahrungsberichte, Gedichte, Essays von Insassen der Todeszellen in den USA.

„Wir haben auch gute Tage. An manchen Tagen fühle ich mich, als ob mein Geist sich durch Treibsand schleppt. Manchmal regnet die Traurigkeit herab wie ein Monsun“, schreibt Paul Brown, Insasse des Todestraktes im Central Prison von Raleigh (North Carolina, USA) in einem Gedicht.

So wie Paul Brown schreiben auch andere zum Tode verurteilte Menschen im Gefängnis ihre Gedanken, Wünsche und Sehnsüchte auf. Es sind Innenansichten von Menschen und Orten, über die zwar viel gesprochen wird, aber doch wenig bekannt ist. Die Initiative gegen die Todesstrafe e.V. hat diese Erfahrungsberichte gesammelt und in einem Buch veröffentlicht.

Vom Leben im Todestrakt zeugen Briefe, Gedichte und Kurzgeschichten der rund 40 Gefangenen, die über die konkreten Haftbedingungen in amerikanischen Gefängnissen berichten. Dabei ist nicht nur die Vielfalt der äußeren Form der Beiträge bemerkenswert, sondern auch die inhaltliche Bandbreite, die von Depression und Verzweiflung auf der einen bis zu Versöhnung und tiefem inneren Frieden auf der anderen Seite reicht.

Schauspieler des Staatstheaters lesen Beiträge der Gefangenen sowie Texte von Dumas, Dostojewski und Kafka.

Freitag 18. Januar 2019 um 20 Uhr im Studio
Eintritt frei
Hessisches Staatstheater Wiesbaden
Christian-Zais-Straße 3
65189 Wiesbaden

Filmabend: “Syria’s Disappeared ‒ The Case against Assad” am 18. Januar 2019

© Afshar Films

Wir zeigen in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater die britische Dokumentation:

Syria’s Disappeared  The Case against Assad

Die Fotografien, die der Nürnberger Menschenrechtspreisträger von 2017 mit dem Decknamen Caesar aus Syrien schmuggelte, sind schockierend. Sie zeigen Tausende Opfer des Terrorregimes, die Caesar als forensischer Militärfotograf im Auftrag der Regierung akribisch dokumentiert hatte.

Die britische Dokumentarfilmerin Sara Afshar akzeptierte nicht, dass die Fotos der ausgemergelten, geschundenen und zerschlissenen Körper so wenig wahrgenommen wurden. Zusammen mit Überlebenden der Foltergefängnisse, mit Hinterbliebenen der Opfer, mit Anwälten und Ermittlern von Menschenrechtsorganisationen trägt sie in ihrem Film “Syria’s Disappeared – The Case against Assad” erschütternde Beweismittel zusammen. In nur fünfzig Minuten verwebt sie eine große Anzahl an Zeugenaussagen, Dokumenten und Fotos zu einem wuchtigen Argument gegen die Tatenlosigkeit.

Regie: Sara Afshar, 50 min., GB, 2017

Unzählige Gefangene sitzen weiter in syrischen Gefängnissen, werden gefoltert und sterben.

Im Anschluss an den Film laden wir herzlich ein zu einem Filmgespräch mit Diskussion ein. Dazu wird Sarah Schießl-Weidenweber, Expertin von Amnesty International Deutschland zum Thema Folter, anwesend sein.

Freitag, 18. Januar 2019 um 20.15 Uhr
Eintritt: 7 €/6 €
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden