Filmabende: Zentralflughafen THF

© Juan Sarmiento

Am 12., 13. und 14. Juli zeigen wir in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater den Kinofilm

Zentralflughafen THF

Seit Herbst 2015 dienen einige Hangars des Flughafens Berlin-Tempelhof als Flüchtlingsnotunterkunft. Der Syrer Ibrahim und der Iraker Qutaiba träumen mit mehr als 2000 Geflüchteten davon, endlich anzukommen. Doch auch Touristen besuchen das benachbarte Tempelhofer Feld weiterhin. Zwei Welten an einem Ort.

„Berührend und unaufgeregt zeigt der Regisseur Karim Aïnouz den Alltag in der Flüchtlingsnotunterkunft des Berliner Flughafens Tempelhof. Mit zärtlichem Blick und dabei stets auf Augenhöhe erzählt er von den Menschen in den Hangars, lässt sie ihre dramatischen Geschichten erzählen und zeigt ihre schwierige Lebenssituation“, begründet die Amnesty-Jury ihre Entscheidung, der Dokumentation den Amnesty-Filmpreis auf der diesjährigen Berlinale zu verleihen.

„Wir begegnen Ibrahim, der als Jugendlicher sein Dorf in Nordsyrien nahe der türkischen Grenze verlassen musste, und Qutaiba, einem Flüchtling aus dem Irak. Ihre Geschichten und insbesondere Ibrahims Gedanken tragen uns durch den Film. Die Entscheidung für die beiden geflüchteten Männer als sympathische Hauptprotagonisten stellt dabei auf subtile Weise möglicherweise vorhandene Vorurteile des Zuschauers in Frage“, lautet die Begründung der Jury weiter.

„Mit Wärme und Humor portraitiert der Regisseur das Engagement der vielen Helfer und zeigt, wie wichtig Mitmenschlichkeit ist. Der Film lädt die Zuschauer ein, hinzusehen und mitzumachen und trägt damit eine Botschaft, die in der heutigen Zeit wichtiger ist denn je.“

„Wie schwer es ist, in dieser Situation eine neue Heimat zu finden und die Hoffnung nicht zu verlieren, zeigt Karim Ainouz in seiner sehenswerten, sehr genau beobachteten Dokumentation.“ (programmkino.de)

„Regisseur Karim Aïnouz gelingt es in seiner dokumentarischen Studie der Situation auf dem Flughafen Tempelhof 2016/17 vorzüglich, verschiedene Schicksale und Perspektiven zu einer dichten und vielschichtigen Ansicht zu verweben.“ (epd Film)

Regie: Karim Aïnouz, DE/FR/BR 2017, 101 min, DCP, OmU, FSK: ab 0

Diskussion im Anschluss am 13.7. mit Dr. Ines Welge (Hessischer Flüchtlingsrat und Beauftragte der evangelischen Landeskirche Hessen und Nassau für Kirchenasyl)

Donnerstag, 12.7. um 18.00 Uhr (OmU)
Freitag, 13.7. um 20:15 Uhr (OmU) mit Diskussion im Anschluss
Samstag, 14.7. um 18.00 Uhr (OmU)
Eintritt: 7 Euro / 6 Euro ermäßigt
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

Filmabende: Der sechste Kontinent

© Miramonte Film

Am 14., 15. und 17. Juni zeigen wir in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater den Kinofilm:

Der sechste Kontinent

Im Film „Der sechste Kontinent“ porträtiert der Bozener Regisseur Andreas Pichler ein ungewöhnliches Projekt der Hilfe zur Selbsthilfe. Fünfzig Menschen leben in einem mächtigen alten Haus am Rand der Kleinstadt Brixen in Südtirol. Diebe, Obdachlose und Arbeitslose, Suchtkranke und Flüchtlinge aus der halben Welt. Ihre Biographien lesen sich wie eine Sammlung diverser Lebensgeschichten, die nur eines gemeinsam haben: sie alle sind Gestrandete; Menschen, die aus der Bahn geflogen sind und oft in unserer Gesellschaft als problematisch, manchmal sogar als unerwünscht gelten.

Hier finden sie ein Vorübergehendes Zuhause und leben gemeinsam auf engstem Raum; Leute wie der Ex-Alkoholiker und Knasti Ervin, oder Sumi, die vor ihrem ihr nachstellenden Freund geflüchtet ist, Ousman politischer Flüchtling, der seine Familie in Afrika verlassen musste oder Hatem, qualifizierter Koch, der durch die Wirtschaftskrise kurzfristig auf der Straße gelandet ist und das Haus mit all diesen verschiedensten Menschen wie einen eigenen, sechsten, Kontinent wahrnimmt.

Nach dem Konzept der vier hauptamtlichen Betreiber, die ohne öffentliche Fördermittel auskommen, sind ein Drittel der Bewohner aus Südtirol, zwei Drittel stammen aus aller Welt. Sie haben unterschiedliche Probleme und Herausforderungen. Auf die Mischung kommt es an, sie befördert die Solidarität. Das Haus will bewusst keine öffentlichen Finanzierungen, lebt von Spenden und gemeinnützigen Aktionen. Die Bewohner zahlen eine kleine Miete und arbeiten mit beim gemeinsamen Kochen, Putzen, Einkaufen und im Garten. Das Zusammenleben wird in Eigenverantwortung und Selbstorganisation gestaltet, niemand kann sich dem entziehen. Das Haus ist für sie eine vorübergehende Bleibe, meistens für ein Jahr, bis sie es wieder schaffen, zurück ins normale Leben.

Doch als der Umzug des Hauses in ein neues Gebäude ansteht, können nicht alle mit. Plötzlich ist es wieder da, das Gefühl, ausgestoßen zu sein, so wird der Umzug für alle zur Zerreißprobe.

Ein liebe- und humorvoller Blick auf Menschen in Krisensituationen, die gegen eine geringe Miete und Mithilfe in Haus und Garten Unterstützung in ihrer Lage bekommen.

„Wenn Pichler eines gelingt, dann ist es mithilfe vieler persönlicher Geschichten diesen Blick zu schärfen und die Zuschauer zu mehr Gemeinsamkeit zu ermuntern, unabhängig von Herkunft und Sprache, unabhängig vom bisherigen Lebensweg. Denn am Ende kann es jeden treffen, jeder von uns wird vielleicht einmal stranden, in einem Kontinent, der nicht der unsere ist.“  Oliver Armknecht – film-rezensionen.de

Regie: Andreas Pichler, DE/IT/AT 2018, 81 min, DCP, OmU, FSK: beantragt

Donnerstag 14.6. um 20.15 Uhr
Freitag 15.6. um 18 Uhr
Sonntag 17.6. um 20.15 Uhr
Eintritt: 7 Euro / 6 Euro ermäßigt
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

Filmabende: The Cleaners

® gebrueder beetz filmproduktion

Am 17., 18. und 20. Mai zeigen wir in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater den Kinofilm

The Cleaners – Im Schatten der Netzwelt

Wer sind die Menschen, die bei Facebook oder Youtube unangemessene Inhalte löschen? Und was empfinden sie bei der Ausübung dieser Tätigkeit?

Die Dokumentation enthüllt eine gigantische Schattenindustrie digitaler Zensur in Manila, dem weltweit größten Outsourcing-Standort für Content Moderation. Dort löschen zehntausende Menschen in Zehn-Stunden-Schichten im Auftrag der großen Silicon-Valley-Konzerne belastende Fotos und Videos von Facebook, YouTube, Twitter und Co. Komplexe Entscheidungen über Zensur oder Sichtbarkeit von Inhalten werden so an die Content Moderatoren ausgelagert. Die Kriterien und Vorgaben, nach denen sie agieren, ist eines der am besten geschützten Geheimnisse des Silicon Valleys.

Die Grausamkeit und die kontinuierliche Belastung dieser traumatisierenden Arbeit verändert die Wahrnehmung und Persönlichkeit der Content Moderatoren. Doch damit nicht genug. Ihnen ist es verboten, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Parallel zu den Geschichten von fünf Content Moderatoren erzählt der Film von den globalen Auswirkungen der Onlinezensur und zeigt, wie Fake News und Hass durch die sozialen Netzwerke verbreitet und verstärkt werden.

The Cleaners feierte beim Sundance Film Festival 2018 in der Sektion „World Cinema Documentary Competition“ seine Weltpremiere.

„Achtundachtzig Minuten sind nicht annähernd genug Zeit, um jeden Kritikpunkt vollständig zu untersuchen, aber THE CLEANERS schafft es auf respektable Art, seine widerspenstigen Anekdoten in einen kohärenten Gedankenstrom zu bringen.“ (The Hollywood Reporter)

„Der düstere Ton, der am Anfang angeschlagen wird, mit anonymen Angestellten, die sich hinter dem Monitor verbergen, weicht dem von entsetzter Verzweiflung.“ (Variety)

Regie: Hans Block, Moritz Riesewieck, DE/US 2017, 90 min, DCP, OmU, FSK: beantragt

Donnerstag, 17.5. um 20.15 Uhr (OmU)
Samstag, 18.5. um 18 Uhr (OmU)
Sonntag, 20.5. um 20.15 Uhr (OmU)
Eintritt: 7 Euro / 6 Euro ermäßigt
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

Filmabende: Transit

© Schramm Film/Marco Krüger

Am 17., 19. und 20. Mai zeigen wir in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater den Kinofilm

TRANSIT

Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg, deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: Ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft.

In Marseille darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Visa für die möglichen Aufnahmeländer werden gebraucht, Transitvisa, die raren Tickets für die Schiffspassage. Georg erinnert sich der Papiere Weidels und nimmt dessen Identität an. Und auf einmal taucht eine geheimnisvolle Frau auf, die nach ihrem Ehemann sucht: Einem Schriftsteller …

TRANSIT basiert auf dem 1942 in Marseille entstandenen gleichnamigen Roman von Anna Seghers. In einer atemberaubenden, fast schwebenden Begegnung des historischen Stoffs mit der Gegenwart des heutigen Marseille erzählt Christian Petzold die Geschichte einer großen, fast unmöglichen Liebe zwischen Flucht, Exil und der Sehnsucht nach einem Ort, der ein Zuhause ist.

In den Hauptrollen spielen Franz Rogowski (European Shooting Star 2018) und Paula Beer (nominiert zum Europäischen Filmpreis für ihre Hauptrolle in François Ozons FRANTZ).

Regie: Christian Petzold, DE/FR 2018, 101 min, DCP, DF, FSK: ab 12

Donnerstag, 17.5. um 18 Uhr 
Samstag, 19.5. um 20.15 Uhr
Sonntag, 20.5. um 18 Uhr
Eintritt: 7 Euro / 6 Euro ermäßigt
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

Filmabende: Eldorado

Foto: Peter Indergand, Majestic/zero one film

Am 11., 12. und 13. Mai 2018 zeigen wir in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater den Kinofilm

Eldorado

Es ist eine Erinnerung, die den preisgekrönten Regisseur Markus Imhoof sein Leben lang begleitet hat: Es ist Winter, die Schweiz ist das neutrale Land inmitten des Zweiten Weltkriegs und Markus Imhoofs Mutter wählt am Güterbahnhof ein italienisches Flüchtlingskind aus, um es aufzupäppeln. Das Mädchen heißt Giovanna – und verändert den Blick, mit dem der kleine Markus die Welt sieht.

70 Jahre später kommen wieder Fremde nach Europa. Markus Imhoof hat Giovanna nie vergessen, hat ihre Spuren verfolgt und in ihrem Land gelebt. Nun geht er an Bord eines Schiffes der italienischen Marine, es ist die Operation „Mare Nostrum“, in deren Verlauf mehr als 100.000 Menschen aus dem Mittelmeer gezogen werden. Mit den Augen des Kindes, das er damals war, spürt er den Fragen nach, die ihn seit jeher umtreiben.

Ausgehend von seiner persönlichen Begegnung mit dem italienischen Flüchtlingskind Giovanna im 2. Weltkrieg erzählt Markus Imhoof, wie Flüchtlinge und Migranten heute behandelt werden: auf dem Mittelmeer, in Italien und in der Schweiz.

„Ein angenehm nüchterner, empathischer und persönlicher Film über die Flüchtlingssituation.“ (filmstarts.de)

„Das Einzige, was uns am Ende bleibt, sind Erinnerungen, die auf Liebe basieren.“

Wiesbadener Erstaufführung
Regie: Markus Imhoof, DE/CH 2018, 95 min, DCP, DF, FSK: ab 6

Freitag, 11.5. um 20.15 Uhr
Samstag, 12.5. um 18 Uhr
Sonntag, 13.5. um 20.15 Uhr
Eintritt: 7 Euro / 6 Euro ermäßigt
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

Filmabende bei goEast 2018: Es war einmal im November

Es war einmal im November

© Adam Bajerski / Kino Świat

Am 19. und 20. April zeigen wir beim goEast-Festival 2018 den Film

Es war einmal im November

Jedes Jahr wird in Polen am 11. November den Unabhängigkeitstag gefeiert – für  PatriotInnen und rechtsextreme DemonstrantInnen immer wieder Anlass für gewalttätige Ausschreitungen und Proteste. Regisseur Andrzej Jakimowski  hat in seinem Spielfilm authentisches Filmmaterial verarbeitet, das 2013 am Unabhängigkeitstag in Warschau  gedreht wurde.

Mittelpunkt ist ein autonomes, besetztes Zentrum, das von rechtsextremen Demonstranten attackiert wird. Dort haben der Jurastudent Mareczek und seine Mutter, eine Lehrerin, Unterschlupf gefunden. Durch eine brutale Änderung der städtischen Wohnungsbaupolitik wurde ihre Warschauer Wohnung zwangsgeräumt. Die Suche nach einer Unterkunft gestaltet sich sehr schwierig, da sie nicht berechtigt sind, Sozialhilfe zu empfangen. Trotz der Umstände versucht Mareczek seinen Alltag nicht entgleisen zu lassen: Er geht weiter in die Uni und trifft sich mit seiner Freundin. Entstanden ist ein beunruhigendes Porträt einer aggressiven Gesellschaft, in welcher der soziale Absturz auch für Menschen aus der Mittelschicht erschreckend real ist.

Drama, Polen 2017, 91 min., OmU, Regie Andrzej Jakimowski

Zu Gast: Regisseur Andrzej Jakimowski, Produzentin Kasia Kucia

Donnerstag, 19. April um 20.00 Uhr (dU) im Caligari
Freitag, 20. April um 17.30 Uhr im Apollo
Freitag, 20. April um 20.30 Uhr im Deutschen Filmmuseum Frankfurt

Wir empfehlen Ihnen auch die Filme der Festivalsektion OPPOSE OTHERING!, Informationen finden Sie hier

goEast Festival