Filmabende: Der sechste Kontinent

© Miramonte Film

Am 14., 15. und 17. Juni zeigen wir in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater den Kinofilm:

Der sechste Kontinent

Im Film “Der sechste Kontinent” porträtiert der Bozener Regisseur Andreas Pichler ein ungewöhnliches Projekt der Hilfe zur Selbsthilfe. Fünfzig Menschen leben in einem mächtigen alten Haus am Rand der Kleinstadt Brixen in Südtirol. Diebe, Obdachlose und Arbeitslose, Suchtkranke und Flüchtlinge aus der halben Welt. Ihre Biographien lesen sich wie eine Sammlung diverser Lebensgeschichten, die nur eines gemeinsam haben: sie alle sind Gestrandete; Menschen, die aus der Bahn geflogen sind und oft in unserer Gesellschaft als problematisch, manchmal sogar als unerwünscht gelten.

Hier finden sie ein Vorübergehendes Zuhause und leben gemeinsam auf engstem Raum; Leute wie der Ex-Alkoholiker und Knasti Ervin, oder Sumi, die vor ihrem ihr nachstellenden Freund geflüchtet ist, Ousman politischer Flüchtling, der seine Familie in Afrika verlassen musste oder Hatem, qualifizierter Koch, der durch die Wirtschaftskrise kurzfristig auf der Straße gelandet ist und das Haus mit all diesen verschiedensten Menschen wie einen eigenen, sechsten, Kontinent wahrnimmt.

Nach dem Konzept der vier hauptamtlichen Betreiber, die ohne öffentliche Fördermittel auskommen, sind ein Drittel der Bewohner aus Südtirol, zwei Drittel stammen aus aller Welt. Sie haben unterschiedliche Probleme und Herausforderungen. Auf die Mischung kommt es an, sie befördert die Solidarität. Das Haus will bewusst keine öffentlichen Finanzierungen, lebt von Spenden und gemeinnützigen Aktionen. Die Bewohner zahlen eine kleine Miete und arbeiten mit beim gemeinsamen Kochen, Putzen, Einkaufen und im Garten. Das Zusammenleben wird in Eigenverantwortung und Selbstorganisation gestaltet, niemand kann sich dem entziehen. Das Haus ist für sie eine vorübergehende Bleibe, meistens für ein Jahr, bis sie es wieder schaffen, zurück ins normale Leben.

Doch als der Umzug des Hauses in ein neues Gebäude ansteht, können nicht alle mit. Plötzlich ist es wieder da, das Gefühl, ausgestoßen zu sein, so wird der Umzug für alle zur Zerreißprobe.

Ein liebe- und humorvoller Blick auf Menschen in Krisensituationen, die gegen eine geringe Miete und Mithilfe in Haus und Garten Unterstützung in ihrer Lage bekommen.

“Wenn Pichler eines gelingt, dann ist es mithilfe vieler persönlicher Geschichten diesen Blick zu schärfen und die Zuschauer zu mehr Gemeinsamkeit zu ermuntern, unabhängig von Herkunft und Sprache, unabhängig vom bisherigen Lebensweg. Denn am Ende kann es jeden treffen, jeder von uns wird vielleicht einmal stranden, in einem Kontinent, der nicht der unsere ist.“  Oliver Armknecht – film-rezensionen.de

Regie: Andreas Pichler, DE/IT/AT 2018, 81 min, DCP, OmU, FSK: beantragt

Donnerstag 14.6. um 20.15 Uhr
Freitag 15.6. um 18 Uhr
Sonntag 17.6. um 20.15 Uhr
Eintritt: 7 Euro / 6 Euro ermäßigt
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

Amnesty Radiosendung am 27.10.2012

Die Amnesty-Kampagne “Wohnen in Würden” ist das Thema in unserer nächsten Radiosendung. Den Schwerpunkt legen wir auf Zwangsräumungen in Kambodscha. Unter anderem berichten wir über die kambodschanische Aktivistin Vanny Tep. Sie wohnte mit ihrem Mann und ihren beiden Kinder im Zentrum von Phnom Penh am Boeung Kak See auf einem Stück Land, dass ihre Schwiegereltern 1993 für sie gekauft hatten. Sie verkaufte Haushaltswaren und Kosmetik in ihrem eigenen Laden. Im August 2008 begann die Firma Shukaku Inc. damit, den See aufzufüllen, um das Land in einen Geschäfts- und Dienstleistungsplatz für Touristen zu nutzen. Mehrere tausend dort lebende Menschen wurden vertrieben. Den dort noch lebenden Bewohnern wurden inadäquate Kompensationen angeboten, sie wurden bedroht und schikaniert. Manche Häuser wurden ohne Vorwarnung geräumt, und ihre Bewohner konnten zum Teil nichts von ihrem Besitz retten.

Mehr dazu in unserer Radiosendung am 27. Oktober 2012 um 17.00 Uhr bei Radio Rheinwelle, zu empfangen auf UKW 92,5 MHz.