Kino: “Nebel im August” am 20. Juni

Ernst Lossa (Ivo Pietzcker, links) und Dr. Werner Veithausen (Sebastian Koch, rechts)
©-StudioCanal

Bei “Wir in Wiesbaden 2019 – Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte” zeigen wir am 20. Juni in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater:

Nebel im August

Der 13-jährige Halbwaise Ernst Lossa wird völlig gesund in eine Nervenheilanstalt eingewiesenund beginnt dort, das Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten zu durchschauen – bis er selbst ins Visier der Heimleitung gerät und ermordet wird.

Ernst ist ein aufgeweckter, aber unangepasster Junge. Die Kinder- und Erziehungsheime, in denen er bisher lebte, haben ihn als “nicht erziehbar” eingestuft und schieben ihn schließlich wegen seiner rebellischen Art in eine Nervenheilanstalt ab. Nach kurzer Zeit bemerkt er, dass unter der Klinikleitung von Dr. Veithausen Insassen getötet werden. Doch während der Anstaltsleiter mit Stift und Papier über Leben und Tod seiner teils psychisch oder physisch behinderten Insassen entscheidet, weiß Ernst, was “lebenswertes Leben” wirklich bedeutet. Er setzt sich zur Wehr, findet Freunde, verliebt sich und sabotiert die Maßnahmen des Euthanasieprogramms. Schließlich plant er die Flucht, gemeinsam mit Nandl, seiner großen Liebe. Doch Ernst befindet sich in großer Gefahr, denn Klinikleitung und Personal entscheiden auch über Leben und Tod der Kinder.

Zwischen 1939 und 1945 wurden in Folge des sogenannten „Euthanasie“-Programms in deutschen Nervenkliniken mehr als 200.000 Menschen ermordet, darunter unzählige Kinder.

„Nebel im August erzählt eine authentische Geschichte über wahren Mut, echte Freundschaft und eines der größten Tabus der deutschen Geschichte. Es ist der erste Spielfilm zum Thema Euthanasie im “Dritten Reich”. (ZDF, Fernsehfilm der Woche)

„Kai Wessels NEBEL IM AUGUST setzt Ernst Lossa und den Opfern der „Euthanasie“-programme ein würdiges Denkmal. Ein großartiger Film, der tief berührt und betroffen macht – und dessen zentrale Botschaft dennoch die lebensbejahende Hoffnung ist.“ (FBW-Filmbewertung)

Regie: Kai Wessel, DE 2016, 126 min, DF, FSK: ab 12, mit Ivo Pietzcker, Sebastian Koch, Fritzi Haberlandt

Donnerstag, 20. Juni 2019 um 20.15 Uhr 
Eintritt: 7€/6€
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden

Lesung und Sinti-Swing am 16. Juni

Ricardo Lenzi Laubinger mit seinem Buch (Quelle: @sintiautor)

Im Rahmen von “Wir in Wiesbaden 2019 – Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte” laden wir, der Schlachthof Wiesbaden und die Sinti-Union Hessen Sie herzlich am 16. Juni ein zur Lesung aus:

“Und eisig weht der kalte Wind”. Die Geschichte einer deutschen Sinti-Familie von Ricardo Lenzi Laubinger. Im Anschluss Sinti-Swing

14 Jahre alt war Bertha Weiss, eine deutsche Sintiza, als sie zusammen mit ihren Angehörigen am 16. Mai 1940 von den Nationalsozialisten aus Hamburg nach Polen in die Konzentrationslager verschleppt wurde. Sie erlebte fünf fürchterliche, leidensvolle Jahre, bevor die Alliierten sie befreiten. Als Einzige von mehr als 60 Angehörigen der Familie Weiss überlebte die Mutter von Ricardo Lenzi Laubinger den Holocaust.

Eine Geschichte, die für viele Sinti-Familien steht. Eine halbe Million Sinti und Roma sind schätzungsweise von den Nationalsozialisten und ihren Verbündeten in Europa ermordet worden. Von den 35.000 bis 40.000 erfassten deutschen und österreichischen Sinti und Roma wurden mehr als 25.000 ermordet. Jede Sinti-Familie hat Angehörige verloren. Aber auch nach Kriegsende war und ist die deutsche Minderheit der Sinti benachteiligt und alltäglichem Rassismus ausgesetzt.

Aufgrund dieser Lebenserfahrungen gründete Ricardo Lenzi Laubinger die Sinti-Union Hessen und engagiert sich politisch für seine Minderheit. Die ergreifende Geschichte seiner Familie Weiss/Laubinge von 1925 bis 2017 erzählt er in seinem Buch “Und eisig weht der kalte Wind”.

Es lesen Schüler der Oberstufe des Campus Klarenthal und Mitglieder von Amnesty International. Nach der Lesung sprechen wir mit Ricardo Lenzi Laubinger über sein Buch.

Anschließend Sinti-Swing mit Christiano Gitano (Gitarre), Taylor Paucken-Reinhardt (Gitarre) und Ricardo Lenzi Laubinger (Violine).

Sonntag 16. Juni 2019 um 19:30 Uhr
Eintritt 8 €
Schlachthof Wiesbaden, Kesselhaus
Murnaustraß3 1, 65189 Wiesbaden


Mit freundlicher Unterstützung durch die CITOYEN Stiftung und die Stiftung für die internationalen Wochen gegen Rassismus

         

Kino: “Das Tagebuch der Anne Frank” am 30. Mai

© 2015 Universal Pictures International Germany GmbH

Bei “Wir in Wiesbaden 2019 – Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte” zeigen wir am 30.05. in Kooperation mit dem Murnau-Filmtheater:

Das Tagebuch der Anne Frank

Neuverfilmung des berühmten Tagebuchs der Anne Frank von 2016

Nach der Emigration aus dem hessischen Frankfurt versucht Familie Frank in Amsterdam einen Neuanfang. Otto und Edith Frank sowie ihre Töchter Anne und Margot haben sich gerade ein wenig eingelebt. Da werden die Niederlande von den Deutschen besetzt und die jüdische Familie Frank muss nun auch dort um ihre Sicherheit bangen. Als Margot deportiert werden soll, entschließt sich Otto, seine Familie mit Hilfe seiner Sekretärin Miep Gies (Gerti Drassl) zu verstecken. Weiterlesen