5 Jahre Leben: Kinoabend am 21. und 26.06.2013

5 Jahre Leben (Bild: Zorro Film) 5 JAHRE LEBEN basiert auf der wahren Geschichte des Deutsch-Türken Murat Kurnaz, der insgesamt fünf Jahre als Gefangener der USA in Afghanistan und Guantanamo inhaftiert war. Der Film ist nicht nur die Chronik eines unvorstellbaren Missbrauchs, sondern zeigt auch den Überlebenswillen eines Mannes, dem man alles genommen hat. 

Zugleich schildert der Film das Duell zweier außergewöhnlich starker Persönlichkeiten. Auf der einen Seite: Murat Kurnaz, der seinem Leben einen neuen Sinn geben wollte, als er sich dem Islam zuwandte und nach dem 11. September nach Pakistan aufbrach, um eine Koranschule zu besuchen. Auf der anderen Seite: Gail Holford, Verhörspezialist der US-Regierung, der alle Tricks von Manipulation bis Einschüchterung beherrscht und dessen Hauptziel es ist, Kurnaz ein Geständnis zu entlocken. Aber Kurnaz hat nichts zu gestehen. Er ist unschuldig. So verstreichen Monate – Monate voller psychischer und physischer Folter – bis Kurnaz begreift, dass seine Weigerung, ein Geständnis zu unterzeichnen, das Einzige ist, was ihm bleibt.

Murat Kurnaz‘ Geschichte wirft nicht nur große Zweifel auf an der Rechtsstaatlichkeit unserer westlichen Welt, der Film konfrontiert den Zuschauer auf eindringliche Art und Weise mit der eigenen Wahrnehmung und Bewertung.

Ausgezeichnet von der Interfilmjury und der Jugendjury auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis.

D/F 2013, 95 Min., deutsch-englische OmU, FSK: ab 12, mit Sascha Alexander Gersak, Ben Miles, Buch und Regie: Stefan Schaller, Kamera: Armin Franzen, Musik: Enik

Freitag 21.06.2013 um 18 Uhr und
Mittwoch 26.06.2013 um 18 Uhr
in der Caligari Filmbühne, Marktplatz 9, 65183 Wiesbaden
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Veranstalter: Kulturamt Wiesbaden-FilmBühne Caligari

An beiden Abenden sind wir mit einem Infotisch mit Informationen und Aktionen zu Guantanamo und zum Internationalen Tag des Folteropfers vertreten. Wir würden uns sehr freuen, Euch dort zu begrüßen.

„Wir für Demokratie – Tag und Nacht für Toleranz“ am 16.4.2013

wir-fuer-demokratieAmnesty Wiesbaden macht mit bei der Nacht für Toleranz im Schlachthof Wiesbaden. Ab 19 Uhr sind wir mit einem Infostand dabei, um Toleranz und Vielfalt zu erleben.

An diesem Abend soll es darum gehen, „unseren Traum einer bunten, toleranten und den Menschenrechten verpflichteten Gesellschaft zu leben“, so die Ankündigung des Schlachthof-Teams.

Party für Toleranz im Salon der Schlachthof-Halle

Allein das musikalische Programm ist schon sehr vielversprechend: Rotfront (emigranski raggamuffin), eine Berliner Band um den Russendisko-DJ und Musiker Yuriy Gurzhy, ist die wohl bekannteste Band ihres Genres in Deutschland. Sie singen auf Englisch, Deutsch, Russisch und Ungarisch und verbinden Rock, Hip-Hop, Dancehall, Reggae, Ska oder Klezmer.

Die Band Turbo Sapienowa aus Gießen spielt eine Kombination aus treibenden Balkan-Beats und Gypsy-Klezmer. Unterstützt werden die beiden Bands vom türkisch-ukrainischen, muslimisch-jüdischen DJ Team Schwarzmeer BBQ.

Neben Amnesty International sind unter anderem auch der Flüchtlingsrat Wiesbaden, Warmes Wiesbaden, Vielfalt tut gut Biebrich, Aktives Museum Spiegelgasse und Viva con agua vertreten.

Tag und Nacht für Toleranz findet bundesweit statt

„Wir für Demokratie“ ist eine gemeinsame Aktion des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit dem Bundesministerium des Innern (BMI) und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) am 16. April 2013. An diesem Tag soll ein deutliches Zeichen gesetzt werden – für Toleranz und gesellschaftliche Vielfalt.

Mama Illegal: Amnesty-Kinoabend am 14. und 15.4.2013

milSie leben unter uns und bleiben dennoch unsichtbar. Sie putzen unser Klo, machen unsere Betten und pflegen unsere Eltern. Wir lassen sie in unser Haus, doch kaum jemand kennt ihre Geschichte. Aurica, Raia und Nataşa, drei junge Mütter verlassen die bittere Armut Moldawiens, um illegal in Österreich und Italien als Putzfrauen zu arbeiten. Während diese Frauen getrennt von ihren Familien und ihrer Heimat dem Traum von einem besseren Leben folgen, wachsen ihre Kinder alleine auf. Geprägt durch traditionelle Rollenbilder sehen sich die Familien mit einer neuen Lebensrealität konfrontiert: Die Frauen als Alleinverdienerinnen, die Männer verantwortlich für die Hausarbeit. 

Über sieben Jahre begleitete Ed Moschitz die Frauen mit der Kamera und schuf  eine einfühlsame Langzeitstudie über Arbeitsmigration und Geschlechterrollen.

Wir zeigen MAMA ILLEGAL als Kooperationspartner von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films an folgenden beiden Tagen:

Sonntag 14.4. um 20 Uhr im goEast-Festivalzentrum, Casino-Gebäude,
Friedrichstraße 22in Wiesbaden.

Anschließend Filmgespräch mit Regisseur Ed Moschitz, Marie Weber, Asylreferentin von Amnesty International und Andrea Diefenbach, Fotografin der Ausstellung „Land ohne Eltern“. 

Montag 15.4. um 20 Uhr im Kino Palatin, Hintere Bleiche 6-8 in Mainz

Anschließend Filmgespräch mit Marie Weber, Asylreferentin von Amnesty International und Andrea Diefenbach, Fotografin der Ausstellung „Land ohne Eltern“

Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 6 Euro.

Doku, Österreich 2011, 95 min, Blu-ray, colour, Regie: Ed Moschitz, Buch: Ed Moschitz, Kamera: Sandra Merseburger, Radu Bostan, Michael Svec, Michael Schindegger, Manfred Aistleitner, Robert Holzinger, Schnitt: Alexandra Löwy,
Musik: Zdob şi Zdub, Produzent: Michael Seeber, Arash T. Riahi

Amnesty-Kinoabend am 26.11.2012: Call Me Kuchu

David Katu, Uganda, Darsteller in Call Me KuchuSeit Jahren versuchen christlich-religiöse Gruppen in Uganda ein verschärftes Anti-Homosexualitäts-Gesetz durchzusetzen, das Haftstrafen für Homosexuelle und in „schweren Fällen“ sogar die Todesstrafe vorsieht. David Kato, Menschenrechtsaktivist und der erste offen schwul lebende Mann Ugandas, und seine MitstreiterInnen versuchen, das mit allen Mitteln zu stoppen. Am Amnesty-Kinoabend zeigen wir den Film „Call Me Kuchu“, der ihren Kampf gegen die Hetze der Presse und der ugandischen Regierung dokumentiert. Die brutale Ermordung Katos während der Dreharbeiten im Januar 2011 erschüttert die Gemeinschaft zutiefst und gibt dem Anliegen der Aktivisten eine noch stärkere, traurige Dringlichkeit. Nach weltweiten Protesten wird der Gesetzesentwurf vorläufig zurückgezogen, nur um ihn nach Abebben der Proteste im Februar 2012 erneut ins Parlament einzubringen. Der Ausgang der Debatte ist noch offen.

Call Me Kuchu wurde auf der diesjährigen Berlinale mit dem entwicklungspolitischen Filmpreis des BMZ ‚Cinema fairbindet‘ sowie dem Dokumentarfilm-Teddy ausgezeichnet.

Montag, 26.11.2012 um 20.00 Uhr

in der Caligari Filmbühne, Marktplatz 9, 65183 Wiesbaden, Eintritt: 6 €/5 €. Mit einer kurzen Einführung und anschließender Diskussion.

Doku, Uganda/USA 2012, 90 Min., FSK: ab 12,  OmU, Regie: Malika Zouhali-Worrall, Katherine Fairfax Wright, mit David Kato Kisule, Naome Ruzindana, Stosh Mugisha.

Eine Veranstaltung des Deutschen Filminstitut, Homonale – das schwul-lesbische Filmfestival Wiesbaden (come out! e.V).und Amnesty International Wiesbaden

Benefizkonzert für Amnesty am 10.11.2012 im thalhaus

Jugend musiziert Antonius und FabianWiesbadener Bundespreisträger von „Jugend musiziert“ spielen am 10. November 2012 im thalhaus Wiesbaden für die Menschenrechte. Unter der Schirmherrschaft von Helmut Müller, dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden, und mit großer Unterstützung durch das thalhaus freuen wir uns auf einen musikalisch erlebnisreichen Abend.

Sie heißen Antonius, Fabian, Hilda, Leonie, Maxine, Sebastian, sind 12 bis 17 Jahre alt und bereits Bundespreisträger von „Jugend musiziert“. Sie spielen von Klassik bis Jazz leidenschaftlich gern auf ihren Instrumenten und gemeinsam im Konzert am 10. November 2012 im thalhaus für Amnesty International Wiesbaden.

Dieses Benefizkonzert für Amnesty ist auch als Dank den Wiesbadener Künstlern gewidmet, die uns in den vergangenen 35 Jahren immer großzügig mit ihren Werken für den jährlichen Wiesbadener Kunstmarkt für Amnesty unterstützt haben.

Der Erlös dieses Abends fließt in die Arbeit der zwei Wiesbadener Amnesty-Gruppen. Neben dem Engagement für politische Gefangene und dem Einsatz gegen Folter und Todesstrafe geht es in diesem Jahr besonders um eine Kampagne, die die Vereinten Nationen dazu aufruft, wirksame Kontrollgesetze gegen den internationalen Waffenhandel zu verabschieden und durchzusetzen. Amnesty International dankt den Künstlern und allen Konzert-Besuchern für ihre Unterstützung.

Samstag, 10. November 2012 um 17.00 Uhr
im thalhaus, Nerotal 18, 65193 Wiesbaden

Vorverkauf:   14,20 € / ermäßigt. 12,00 €
Abendkasse: 15,70 € / ermäßigt. 13,50 €

Vorverkauf unter www.thalhaus.de,  unter Tel. 0611-1851267 oder an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Der Reinerlös dieses Abends kommt der Arbeit von Amnesty International zugute.

30 Jahre Amnesty-Gruppe 1165: Geburtstagsfeier am 25.10.2012

Vor 30 Jahren, am 21. Oktober 1982, fand die erste Sitzung des „Amnesty-Freundeskreis  St. Bonifatius“ im „Boni-Stübchen“ des Pfarrhauses St. Bonifatius statt. Aus diesem Freundeskreis entstand die Wiesbadener Amnesty-Gruppe 1165. Das 30-jährige Bestehen feiern wir am 25. Oktober 2012 um 18 Uhr mit einem Gottesdienst mit Pfarrer Werner Bardenhewer in St. Bonifatius, Luisenstraße 31 in Wiesbaden, zu dem alle herzlich eingeladen sind.

Anschließend möchten wir gemeinsam weiterfeiern und laden um 19 Uhr herzlich ein an den „historischen Ort“, dem Boni-Stübchen im Gemeindehaus St. Bonifatius:

–    Begrüßung (Renate Stahlheber, Gruppensprecherin)
–    Film: „50 Jahre Amnesty International“
–    Rückschau auf den Beginn des „Freundeskreises“ (Werner Bardenhewer)
–    Vortrag: Religion und Menschenrechte (Renate Stahlheber)
–    Aktion: Unterschreiben der „Briefe gegen das Vergessen“
–    Gespräche, Getränke zum „Anstoßen“

Der Eintritt ist frei.
Zum Download: > Einladung zur Feier 30 Jahre Amnesty-Gruppe 1165

Zur Geschichte unserer Amnesty-Gruppe

AM ANFANG WAR DIE EMPÖRUNG …

Im Jahre 1961 empörte sich der Londoner Rechtsanwalt Peter Benenson über eine Menschenrechtsverletzung, von der er durch eine kleine Zeitungsnotiz erfuhr.
Aus der daraufhin von ihm gestarteten Initiative entstand die weltweite Organisation „Amnesty International“, die im letzten Jahr ihr 50. Bestehen feierte.

Im Jahre 1982 empörte sich der Stadtdekan von St. Bonifatius Wiesbaden, Pfarrer Werner Bardenhewer, über die anhaltenden schweren Menschenrechtsverletzungen in dem Apartheidstaat Südafrika und thematisierte dies in einer seiner Predigten. Da er über verletzte Menschenrechte nicht nur klagen, sondern politisch Verfolgten auch helfen wollte, rief er den „Amnesty-Freundeskreis  St. Bonifatius“ ins Leben.

Die erste Sitzung dieses Arbeitskreises fand am Donnerstag, 21. Oktober 1982, um 19:30 Uhr im „Boni-Stübchen“ des Pfarrhauses statt.

… ES FOLGTE DAS ENGAGEMENT

Beispiele aus unserer erfolgreichen Einzelfall-Arbeit

ORESTES RODRIGUEZ ORRUTINIER, Kuba, Menschenrechtsverteidiger
*13. Dezember 1951
Verhaftet: 23. Juli 1997
Verurteilt: 11. November 1997 zu 4 Jahren Haft wegen “regierungs-feindlicher Propaganda” (Art. 103)
Als Einzelfall im Jahr 1999 übernommen
Freigelassen: 7. April 2000

ABDEL RAHMAN AL-SHAGOURI, Syrien, Student
*2. Dezember 1971
Verhaftet: 23. Februar 2003
Verurteilt: 20. Juni 2004 zu 3 Jahren Gefängnis wegen Weiterleitung regimekritischer Internetseiten im Netz
Als Einzelfall seit Januar 2005 übernommen
Freigelassen: 23. August 2005

PABLO PACHECO AVILA, Kuba, Journalist
* 4. April 1970
Verhaftet: 18. März 2003
Verurteilt: im April 2003 zu 20 Jahren Haft, auf Grundlage des Gesetzes 88 („Zusammenarbeit mit den USA“)
Als Einzelfall im Jahr 2008 übernommen.
Freigelassen: 10. Juli 2010